Recruitment & Employer Branding

Felix´s Impulse 111/ 2022

Was hat der Einstellungsprozess mit der Arbeitgebermarke zu tun? Viel! Die Gestalten und Umsetzung des Recruitments ist ein Spiegelbild für den gelebten Wertekanon im Unternehmen und damit die Visitenkarte, das Aushängeschild. Service, Freundlichkeit, Offenheit, Erreichbarkeit und Respekt, um nur einige wenige Werte zu benennen, spielen ein wichtige Rolle beim Suchen und Finden des passenden Mitarbeiters bzw. Arbeitgebers. Das Employer Branding wirkt nicht nur aktiv in den Prozess des Erstkontaktes mit dem potentiellen neuen Arbeitgeber ein, sondern ist mit seinem Markenversprechen der direkte Gradmesser im Erstkontakt.

Berufsbedingt habe ich viel mit Unternehmen, Führungskräften und Personalabteilungen zu tun. Mich interessiert dabei immer die Innen- und Außenwirkung in Bezug auf die veröffentlichten oder unveröffentlichten Werte und die Bereitschaft die Ergebnisse aus dem Entwicklungsprozess für das Employer Branding auch zu leben. Unternehmenswebseiten und deren Karriereportale geben einen treffenden Einblick in das Seelenleben einer Firma. Der Einfluss einer gelebten Arbeitgebermarke ist vielschichtig und reicht auch ins Recruitment hinein.

Mit der Brille des zukünftigen neuen Kollegen betrachtet.

Wer in einem beruflichen Veränderungsprozess ist, wird seiner Karriere eine neue Richtung geben wollen oder müssen. Dafür das Web durchstöbern und die Internetpräsenzen von Unternehmen ebenso wie deren Stellenausschreibungen ansehen. Das gehört zum kleinen 1×1 des Bewerbungsmanagements. Das Äußere ist bekanntlich das Resultat des Inneren; hier ein paar Beispiele zur Verdeutlichung wodurch unterschiedliche Wirkung entstehen kann:

  • Unternehmenspräsentation/ -geschichte
  • Bilder und Kurzbeschreibung der handelnden Personen
  • Information zu Werten und/ oder Leitbildern
  • Information über soziales/ gesellschaftliche Engagement
  • Telefonnummer und Ansprechpartner der HR-Abteilung
  • Einladung zum telefonischen Kontakt
  • Stellenausschreibungen mit/ ohne Ansprechpartner und Telefonnummer
  • Erreichbarkeit der HR-Abteilungen

Wie wirken die Web- und Karriereseite auf dich? Was gefällt dir (oder auch nicht) und warum? Füllst du dich eingeladen, wertgeschätzt und willkommen?

Mahatma Gandhi hat die Bedeutung von Kunden auf seine Art sehr treffen beschrieben: „Ein Kunde ist der wichtigste Besucher in unserem Hause. Er ist nicht von uns abhängig. Wir sind von ihm abhängig. Er unterbricht unsere Arbeit nicht, sondern er ist Ziel und Zweck unserer Arbeit. Er ist bei unseren Aufgaben kein Außenstehender. Er ist Teil davon. Wir tun ihm keinen Gefallen, indem wir uns um ihn kümmern. Er tut uns einen Gefallen, indem er uns die Möglichkeit dazu bietet.. Ergänzen lässt sich diese Sichtweise auch durch potentielle neue Mitarbeiter und Mitarbeiter, wenn sie als Kunden betrachtet werden.

In Abhängigkeit von der Qualität der veröffentlichten Informationen und Einblicke entsteht ein Gefühl: Bin ich in Resonanz? Würde ich bei dem Unternehmen arbeiten wollen oder eher nicht? Diese Wahrnehmung ist möglicherweise ganz subtil und noch nicht richtig greifbar, aber vorhanden. Wahrscheinlich unbewusst wird direkt mit den eigenen Werten sowie den Vorstellungen und Wünschen bezogen auf den Arbeitgeber verglichen und abgewogen.

Im Talentmanagement gilt vielen Employer Branding als der Weißheit letzter Schluss. Wie so oft im Leben wird dann eine erfolgreiche Nummer aus der Arbeitgebermarke, wenn sie von innen heraus entwickelt, umgesetzt und vor allem gelebt wird. Wenn ich die Wünsche meiner Zielgruppe kenne, aber nicht bereit bin die notwendigen Dinge im Unternehmen umzusetzen und auch wirklich zu leben, kann ich mir die Arbeit schenken. Alles hat schließlich seinen Preis – auch Employer Branding.

Wertekannon im Wechselspiel

Will ich offen, menschlich und transparent (wirken) sein, ist es mir eine Freude, wenn potentielle Arbeitnehmer, Auftraggeber und Kunden anrufen. Eine Personalabteilung, die sich für Kandidaten sowie für (störende) Anrufe abschottet und als anonymes, unbekanntes Etwas daher kommt, beraubt sich der Chance bereits beim Erstkontakt dem möglichen neuen Kollegen die gelebten Werte nahezubringen. Employer Branding muss bereits im Recruiting zu spüren, zu erleben sein. Im anderen Fall ist es ein Rohrkrepierer.

Für Führungskräfte und Recruiter ist die gelebte Umsetzung der Arbeitgebermarke eine echte Aufgabe. Die „muss“ gewollt und erlernt werden. Hierfür sind Skills notwendig, die nicht jeder mitbringt. Möglicherweise werden in der Folge auch Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, weil Sie manches nicht umsetzen können oder wollen.

Willst du dein Bild als Personaler mit deiner Telefonnummer auf Stellenausschreibungen deines Unternehmens sehen? Das könnte Teil des Employer Branding sein und somit eine neue Offenheit im Recruitment-Prozess notwendig machen. Wer das nicht möchte hat Glück, wenn er in einer anderen Abteilung die Chance hat verschlossen zu bleiben oder wird gehen dürfen.

Ab 29.05.2022 gibt es Teil 2 zum Thema – “Employer Branding aus der Außensicht”.

Wundervolle Impulse für die nächste Woche.

Bleibe inspiriert.

Holger

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