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Gefangen oder frei im Job? Teil 1.

Gefangen oder frei im Job? Teil 1.

Wochen-Impulse 24/2019

Arbeitsfrust
statt Arbeitslust. Millionen Arbeitnehmer haben innerlich gekündigt,
stecken in einer beruflichen Sackgasse und würden gerne einen Weg
aus dem Hamsterrad finden. Aber wie dem ungeliebten Arbeitstrott
entfliehen? Wie aus einer empfundenen Leer wieder Fülle werden
lassen? Wie die Chance für eine Veränderung erkennen und ergreifen?
Wie dafür sorgen, dass Mut und Angst sich nicht neutralisieren? Ich
zeige Dir wie Du zu einem selbstbestimmten Leben mit einem
sinnstiftenden Job finden kannst.

Welche
Gefühle begleiten Dich morgens beim Aufstehen, auf dem Weg zur
Arbeit und bei der Arbeit? Sind es positive oder eher negative
Gefühle? Lust oder Frust? Empfindest Du Leidensdruck?

Gehörst
Du zu den Arbeitnehmern, die sich montags morgens schon auf den
Freitag und das Wochenende freuen? Bist Du einer von denen, die mit
dem täglichen Arbeitsbeginn bereits den Feierabend herbeisehnen?
Dann kannst Du dich trösten, Du gehörst zu einer großen Gruppe.
Das macht die Einstellung jedoch nicht besser. Wer nur für den
Feierabend, das Wochenende und den Urlaub lebt, vergeudet kostbare,
unwiderruflich verlorene Lebenszeit.

Die Zahlen der Gallup-Studie – Engagement Index Deutschland 2018 – sind alamierend: Rund 85% der Arbeitnehmer gehen eher zum Geldabholen und mit einer Motivation gegen Null zur Arbeit. Eine erschreckende Bilanz, die über fast zwei Dekaden auf nahezu konstant schlechtem Niveau geblieben ist und förmlich nach Handlungsbedarf schreit. Auf beiden Seiten.

Da bekommen die Begriffe Arbeitgeber oder Brötchengeber eine ganz andere Bedeutung. Es scheint imaginäre, möglicherweise auch noch anonyme Unternehmen zu geben, die mir die Gelegenheit geben, dort mehr oder minder – eher minder – produktiv zu sein, damit ich am Ende des Monats Brötchen bekomme. Die Tage von einer Brötchentüte zur anderen zählen und hoffen, dass sie schnell wieder vorbei sind, ist scheinbar auch eine Lebenseinstellung.

Was hat das mit Lebensfreude zu tun? Hat das etwas mit Spaß zu tun? Ist das nicht reichlich dumm, mit dieser Einstellung jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und das über Jahre und Jahrzehnte anwesend zu sein?

Mit An- und Abfahrt zum Arbeitsplatz sowie Pausen vergeude ich rund 60% des Tages mit Unlust, demotiviert und spaßbefreit. Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 220 Arbeitstagen p.a. mit einer täglichen Anwesenheitsdauer von rund 9 Stunden (inkl. Pausen), kommen bei nur 30 Arbeitsjahren fast 60.000 Stunden zusammen. Na, herzlichen Glückwunsch.

Es
gibt zunehmend mehr Menschen, die ihre derzeitigen Job, den Chef und
den Arbeitgeber hinterfragen und sich die Sinnfrage stellen. Aus der
inneren Kündigung wird die Kündigung und ein Neuanfang. Zu wenig
Herausforderungen, kein spürbares Vertrauen vom Chef, kaum bis keine
Entscheidungsspielräume, keine Gestaltungsmöglichkeiten, kein Lob
und nörgelnde Vorgesetzte sowie negative Energie verbreitende
Kollegen bringen ab einem bestimmten Punkt das Fass zum überlaufen.
Dann reicht es. Manchmal bedarf es auch eines kräftigen Winks des
Schicksals. Eine Krankheit oder die Entlassung können ein solcher
sein. Das negative Erlebnis bietet die Chance mal innezuhalten, das
eigene Leben Revue passieren zu lassen, es führt zum Nachdenken, zum
bewußten Reflektieren und liefert damit die Saat für einen
Veränderungswunsch.

Neue Arbeit – neues Glück. Rund acht Millionen Menschen fangen in Deutschland pro Jahr einen neuen Job an. Die meisten wechseln schlicht den Arbeitgeber, manche kämpfen sich aus der Arbeitslosigkeit heraus, und ein paar gründen ihre eigene Firma.“ Quelle: www.stern.de, Jobwechsel, die Sehnsucht nach dem Neuanfang.

Wer
in geradlinigen Karriereentwicklungen denkt, wird bei den folgenden
Beispielen nur mit dem Kopf schütteln. Ein Diakon wird zu einem
Outdoortrainer, aus einer Kauffrau wird eine Möbelrestauratorin, aus
einem selbständigen IT-Unternehmer wird eine Pferdebesitzer und
Managementtrainer, aus einer Personalvermittlerin eine Bestatterin,
aus einer Versicherungscontrollerin eine Vertriebsmitarbeiter für
ein Premium Modelabel und aus dem Chirurgen ein Trucker.

Für
das eigene Leben die Verantwortung übernehmen, es selbst in die Hand
nehmen. Die Schuld nicht bei anderen zu suchen und sich nicht als
Opfer zu fühlen. Das alles kostet Kraft und bedingt vor allem ein
gesundes Selbstwertgefühl. Irgendwann kommt fast jeder mal an den
Punkt, an dem er sich fragt: Was ist aus meinen Träumen geworden? Zu
erkennen was ist mir wirklich wichtig ist? Wie möchte ich eigentlich
arbeiten? Wofür springe ich freiwillig morgens vor dem Wecker aus
dem Bett? Was motiviert mich so, dass ich dafür die ganze Nacht
durcharbeiten würde? Wenn ich an dem Punkt angelangt bin und mir
diese Fragen beantworten kann, bin ich auf dem Weg der persönlichen
Veränderung.

Im
Stern-Interview sagte die Betriebswirtin Christine Petermichl, die
für eine renomierte Personalagentur Führungskräfte vermittelt hat,
dass sie abends nach einem 10 – 12 Stunden Arbeitstag oftmals eine
tiefe Leer verspürt habe. Durch ein Karrierecoaching fand sie
heraus, dass sie etwas Sinnvolles tun und Menschen helfen wollte.
Darüber hinaus erkannte sie, dass sie gut organisieren und sich in
andere hineinfühlen kann. Hieraus entwickelte sich die Idee als
Trauerbegleiterin in einem Beerdigungsinstitut zu arbeiten. Was sie
heute tatsächlich macht.

Dieses
Beispiel verdeutlicht, wie sinnvoll es ist mal in sich hinein zu
horchen und eine Bestandsaufnahme seines bisherigen (Arbeits)Lebens
zu machen. In meinen Coachings empfehle ich diese Analyse schriftlich
zu machen und zu notieren, welche Werte und welche Bedürfnisse mir
wichtig sind. Darüber hinaus die persönlichen Kernkompetenzen
herauszuarbeiten, um Klarheit zu erlangen.

In
meinen Coachings erlebe ich es immer wieder, dass bei meinen Kunden
Arbeit nicht mehr Arbeit ist. Spätestens dann, wenn die Frage nach
der Sinnhaftigkeit des Tuns gestellt wird und die eigenen Träume aus
dem Verlies wieder ans Licht kommen dürfen. Bei einer inspirierenden
Arbeit verschwimmt dann Freizeit und Arbeitszeit, weil es eine
sinnvoll genutzte Zeit ist.

Wie
ist das bei Dir? Ist Deine Arbeit Lust oder Frust?

In
Teil 2 zu diesem Impuls erfährst Du in der nächsten Woche, wie auch
Du einen erfüllenden, selbstbestimmten Job ausüben kannst.

Ich wünsche Dir wundervolle Impulse für die nächsten 7 Tage.
Bleibe inspiriert.

Holger

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