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Zigarettenpause vs. Home Office oder Krankenstand vs. Zufriedenheit.

Zigarettenpause vs. Home Office oder Krankenstand vs. Zufriedenheit.

Raucher
leisten einen positiven Beitrag zur Arbeitsatmosphäre im
Unternehmen, sie sind kommunikativ und dürfen (geduldet) extra
Pausen während der Arbeitszeit zum Inhalieren machen. Ist es
Vertrauen in die rauchende Belegschaft, dass die zu erledigende
Arbeit ungeachtet der verkürzten reinen Arbeitszeit dennoch erledigt
wird? Was hindert Unternehmen daran mehr und flexibler Home Office
Arbeitsplätze einzurichten? Gibt es Vertrauen nur, wenn der
Mitarbeiter in den Büroräumen oder davor (zum Rauchen) ist?

Knappe 10% seiner Vertragsarbeitszeit1 – ein wahrlich überholtes Arbeitsmodell – verbringt der Raucher im Durchschnitt an der frischen Luft oder in einem Rauch geschwängerten Kommunikationsraum. Hier sorgt er zumindest (hoffentlich) für gutes Betriebsklima. Aber “schnell mal eine rauchen” ist teuer – für die Gesundheit und den Arbeitgeber. Durch den Produktivitätsverlust entsteht ein wirtschaftlicher Schaden für das Unternehmen: „Viele Mitarbeiter, egal auf welcher Ebene sie angesiedelt sind, machen sich keine Gedanken darüber, wie viel das eigene Laster ihren Arbeitgeber kostet. […] Insgesamt, so die Forscher der Ohio State University, kostet die “kleine Rauchpause” im Schnitt etwa 3.077 Dollar im Jahr. In der Metastudie kalkulierten die Wissenschaftler, dass ein Raucher zwei Zigaretten während der Arbeitszeit raucht. Für jede Kippe fallen 15 Minuten Arbeitszeit weg. Der Weg zur Raucherzone, der Plausch, die Zigarette selbst – das alles summiert sich. Daher müsste ein Raucher eigentlich eine halbe Stunde am Tag länger als ein Nichtraucher arbeiten, um die unproduktiver Zeit auszugleichen.“2

Die „indirekten Kosten belaufen sich auf 55,82 Mrd. € pro Jahr. Ebenfalls ergeben sich direkte Kosten des Rauchens für den Unternehmenssektor, die v.a. mittelbar über die Gesetzliche Unfallversicherung geleistet werden, in Höhe von 316,61 Mio. € pro Jahr. Beide Kostengrößen sind Untergrenzen in denen verschiedene weitere Aspekte der ökonomischen Kosten des Rauchens noch nicht berücksichtigt wurden“ schreibt die Drogenbeauftrage der Bundesregierung und beruft sich auf ein Gutachten von PD Dr. Tobias Effertz, Universität Hamburg (März/April 2019) unter dem Titel Die Kosten des Rauchens aus Sicht von Unternehmen und Wirtschaft.3

Quelle: Die Drogenbeauftrage der Bundesregierung, Gutachten von PD Dr. Tobias Effertz, Die Kosten des Rauchens aus Sicht von Unternehmen und Wirtschaft.

Können
diese Kosten auch durch einen Home-Worker entstehen? Setzen wir
Vertrauensarbeitszeit voraus, kann die Antwort nur Nein lauten.
Diverse Studien haben belegt, dass die Freiheit von Zuhause zu
arbeiten sogar zu Mehrarbeit führt (siehe Wochen-Impuls
23/2019
)
und damit zu durchschnittlich 2,5 Überstunden pro Woche (bezahlt
oder nicht bezahlt).

Warum
also nicht in Home Offices und Vertrauen investieren? In Zeiten
veränderter Arbeitsanforderungen und Klimaschutz könnten
Unternehmen mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.

  1. Hoch
    qualifizierte und motivierte Wiedereinsteiger und Teilzeitarbeiter
    können zu Vollzeit-Beschäftigten werden.
  2. Der
    Fachkräftemangel macht es mehr denn je nötig flexible
    Arbeitsmodelle zu finden und anzubieten.
  3. Durch
    Vertrauensarbeitszeit können die Raucher auch 4 Stunden am Tag
    quarzen und „nur“ 4 arbeiten, weil es nur noch um
    „Aufgabenerledigung“ und „Zielerreichung“ geht und nicht
    mehr um Anwesenheitszeiten.
  4. Arbeitgeber,
    die ihren Mitarbeitern Home Office Plätze einrichten, leisten einen
    nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz durch weniger Mitarbeiter-Autos
    auf den Straßen.
  5. Ein
    kranker Raucher und Nicht-Raucher arbeitet möglicherweise von
    Zuhause, würde jedoch nicht
    ins Unternehmen fahren, um zu arbeiten.

Als
Genuss-Raucher sehe ich die Sucht-Raucher schon differenzierte, als
es möglicherweise zu lesen ist. Viel wichtiger ist mir den
ausgeführten Aspekten die Möglichkeit, die Unternehmer und
Führungskräfte haben, wenn sie in Vertrauen investieren. Der Home
Office Arbeitsplatz ist ein Beispiel unter vielen, wie ich brach
liegende Mitarbeiterpotentiale deutlich besser ausschöpfen kann und
ein Mosaiksteinchen für den Themenkomplex Fachkräftemangel.

Wie sieht es bei dir in deinem Unternehmen, in deinem Umfeld aus? Müssen Raucher aus- und wieder einstempeln, wenn sie inhalieren gehen? Kannst du von Zuhause arbeiten?

Wundervolle
Impulse für die nächsten 7 Tage.

Bleibe
inspiriert.

Holger

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15
Minuten pro Rauchgang ohne große Konversation, das Ganze rund 8 Mal
an einem Arbeitstag, macht in Summe 40 Minuten Extrapause.

2Quelle:
https://www.channelpartner.de/a/schnell-mal-eine-rauchen-ist-fuer-unternehmen-teuer,2918059

3Quelle:
https://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Drogenbeauftragte/2_Themen/2_Suchtstoffe_und_Abhaengigkeiten/1_Tabak/Downloads/Expertise_Effertz_KostendesRauchens_Infopapier_12042019.pdf

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