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Geht es auch ohne WertSchätzung?

Geht es auch ohne WertSchätzung?

Teil 1. Sind Werte nur noch Schall und Rauch?

Wochen-Impulse 05/19

Meine Großmutter hat immer gesagt „Junge, behandele andere Menschen so, wie Du auch behandelt werden möchtest.“ Wie recht sie damit hatte.

Einen Menschen, eine Sache oder eine Arbeit Wert zu schätzen bedeutet doch, dass ich die innewohnende Qualität anerkenne und ihm/ihr einen Stellenwert beimesse. Also nicht einfach hoppla hopp über die geleistete Ausarbeitung oder Anfrage hinweg gehen, ohne Rückmeldung, sondern sich ein paar Sekunden Zeit nehmen. Ein „Danke, gut gemacht“ oder „lieben Dank, aber im Moment habe ich hierfür keinen Bedarf“ empfindet wahrscheinlich jeder als wertschätzender als keinerlei Antwort zu erhalten.

Finden wir es möglicherweise wichtig wertschätzend behandelt zu werden, tun uns jedoch schwer unser Gegenüber auch diesen Wert entgegenzubringen? Geht im Privaten, wie im Geschäftlichen das Bewusstsein für Wertschätzung zurück? Gibt es einen schleichenden gesellschaftlichen Werteverfall?

Wer von Euch in den letzten Jahren Bewerbungen versendet hat, wird möglicherweise auch die Erfahrung gemacht haben, dass gefühlt keine Absagen mehr übermittelt werden. Woran liegt das? Mangel an Zeit und Personal oder einfach schlecht gelebte Werte im Unternehmen?

Werte auf der Webseite und auf Hochglanzflyern außenwirksam zu postulieren ist schön, besser ist es, wenn sie gelebt werden. Dafür bedarf es Führungskräften, die sich dieser Werte bewusst sind und sie selber mit ihren Mitarbeitern leben. Möglicherweise bedarf es auch eines geänderten Menschenbildes – der Mitarbeiter ist eben nicht Humankapital. Nicht umsonst wurde dieser Begriff 2004 zum Unwort des Jahres in Deutschland gewählt.

Selbst bei Personalvermittlern und Bildungseinrichtungen, die davon leben, dass sie für (!) Menschen arbeiten, wissen einige Mitarbeiter und Führungskräfte den Wert des potentiellen neuen Kollegen nicht zu schätzen. Glücklich arbeiten oder eine Atmosphäre des Wohlfühlens zu erleben wünscht sich wahrscheinlich jeder. Das wahre Glück beginnt jedoch schon, wenn der Bewerber wirklich bis zum Schluss wertschätzend behandelt wird und auch eine Absage erhält.

Ja, es kostet Zeit, Personal und damit Geld jedem Bewerber eine schriftliche Absage zuzusenden. Ich spreche hier nicht von einem individuellen Schreiben, auch wenn, dass wünschenswert, weil wirklich wertschätzend wäre, sondern von einem banalen Standardschreiben. Das spiegelt den Wert jedes einzelnen deutlich besser wieder und stellt den Menschen, nicht sein Kapital in den Vordergrund. Das wäre für mich ein Anfang.

Mache dir und deinen Mitmenschen eine Freude. Nimm dir Zeit. Wertschätze sie. Der Tag wird ein anderer – bestimmt.

Ich wünsche Dir wundervolle Impulse für die nächsten 7 Tage.
Bleibe inspiriert.

Holger

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