Was sagt ein Jobtitel über die Kernkompetenzen einer Führungskraft aus?

Was sagt ein Jobtitel über die Kernkompetenzen einer Führungskraft aus?

Wenn Lara Warner, Ex-Risikochefin der Credit Suisse, sich bewerben wollte, mit welchen Kernkompetenzen würde sie es tun?

Mal davon abgesehen, dass auf dem Niveau keine klassischen Bewerbungen mehr geschrieben werden, ist es dennoch interessant mal zu schauen, welche Skills sich wahrscheinlich hinter den aufgeführten Tätigkeiten verbergen. Das wiederum ist ein gängiges und intelligentes Vorgehen für Bewerber, um sich ihrer Kompetenzen bewußt zu werden.

In meinen Karriere-Coachings diskutiere ich regelmäßig mit meinen Coachées darüber, dass die Nennung des Job, der Aufgabe oder der Position nichts über die persönlichen Stärken und Qualitäten sagt. Wir betrachten daher die Position von Seiten der Anforderungen und der eigenen Fähigkeiten. Welche Skills sind notwendig oder erwünscht und welche bringe ich in welcher Ausprägung mit?

Ab einer Hierarchieebene X werden eher Unternehmens-Ergebnisse, Problemlösungen und Szenarien herangezogen, um indirekt die Kompetenzen zu verdeutlichen. Ich nennen das Leuchtturmprojekte. Also Best-Practice Beispiele mit Strahlkraft. Bei oberflächlicher Betrachtung scheint dann schon die Nennung der Aufgabe, der Jobbezeichnung oder des Titels zu genügen, um Fähigkeiten zu dokumentieren. Wer sich so als HR-Verantwortliche*r blenden lassen würde, hätte allerdings einen schlechten Job gemacht.

Quelle: 09.04.2021/ WirtschaftsWoche 15

Schauen wir uns mal die „Aktie Lara Warner“, wie die WirtschaftsWoche diese Rubrik nennt, näher an. Welche Hard- und Soft-Skills lassen sich ableiten?

  1. „Zehnjährige Karriere bei AT&T“ Die Aussagekraft bezüglich Kompetenzen ist gegen Null. 10 Jahre bei dem größten amerikanischen Telekommunikationskonzern hat sicherlich vom Namen her Strahlkraft, mehr aber auch nicht. Es arbeiten über 250.000 Mitarbeiter*innen im Konzern.
  2. „Verschiedenen Führungspositionen“ bei AT&T, u.a. im Bereiche Finanzen, Investoren und Operations. Hier fehlt die Tiefe der Tätigkeiten. Verständnis für Zahlen und deren Zusammenhänge, Kommunikationsfähigkeit und Führungskompetenz können als Skills angenommen werden. Wahrscheinlich auch noch Organisations- und Planungsgeschick.
  3. Bei Lehman Brothers „Erfahrungen im Bereich Analyse“ läßt auf analytisches Denken und Arbeiten sowie Zahlenaffinität schließen.
  4. „Compliance-Chefin“ und „Rising Star“ mit „Milliardenverlusten“. Wer hoch steigt kann halt auch fallen. Wer nicht steigt, hat auch keine Fallhöhe. Interessant wäre zu wissen wie Warner diese Krise gemanaged hat. Hieraus ließen sich Kompetenzen ableiten. Die Einhaltung und Überwachung von Gesetzen, Regeln und Kodizes könnte auf einen stabilen, persönlichen Wertekanon schließen lassen. Skills in diesem Zusammenhang sind z.B. Strukturiertheit, Ordnungssinn, Aufrichtigkeit oder auch Zuverlässigkeit.
  5. „Zu hohes Risiko“, frisches Geld wird totem hinterhergeworfen. Hier werden Schwächen deutlich: Selbstüberschätzung, suboptimale Risikoeinschätzung (zu risikofreudig) und fehlende professionelle Distanz (Sachebene statt persönlicher Ebene).

Dieses vorliegende Karriere-Puzzle läßt natürlich keine valide Einschätzung der Kernkompetenzen von Warner zu. Höchstwahrscheinlichen liegen ihre Stärken in den Bereichen analytisches Denken und Handel, Zahlenaffinität und strukturiert, organisiertem Arbeiten. In einem Coaching ließe sich das perfekt und zugespitzt herausarbeiten, inkl. strahlenden Leuchtturmprojekten.

Viel Spaß beim Erarbeiten deiner Kernkompetenzen. Nur ein scharfes, klares Profil sorgt für Anziehungskraft.

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Wundervolle Impulse für die nächste Woche.

Bleibe inspiriert.

Holger

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