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Protokoll der Würdelosigkeit und Entmündigung.

Protokoll der Würdelosigkeit und Entmündigung.

Von Der Felix, 01.07.2020

Im Malteser Krankenhaus St. Anna in Duisburg wird ein 86-Jähriger in der Notaufnahme durch Polizeigewalt von seinem Sohn getrennt.

Ein Anruf geht ein, es ist Montag, 29.06.2020, 20:10h. Mit leiser Stimme meldet sich der Vater und teilt dem Sohn mit, das es ihm schlecht ginge. Wieder das gleiche Problem, warum er schon vor knapp einer Woche im Krankenhaus war. „Papi halte aus, ich komme sofort. Kannst Du dem Notarzt die Tür öffnen?“ „Ja.“ „Gut, ich beeile mich.“

Der Sohn setzt sich in Köln in den Wagen, um schnellstmöglich nach Duisburg zu kommen. Von unterwegs ruft er den Rettungdienst an und bestellt Arzt und Krankenwagen zur Adresse des Vaters. Knapp 30 Minuten später, bereits am Stadtrand in Duisburg, ruft er nochmals bei der Leitzentrale des Rettungsdienstes an, um sich zu erkundigen, ob der Vater bereits im Krankenhaus ist. „Nein, er wird noch Zuhause versorgt.“ Keine 45 Minuten nach dem väterlichen Anruf nehmen sich Vater und Sohn im Treppenhaus nochmals in den Arm. Der Senior liegt auf der Bahre und wird in den Krankenwagen gebracht.

Nach der Abstimmung in welches Krankenhaus es gehen soll, treffen Rettungswagen und Sohn nahezu zeitgleich vor der Notambulanz des Malteser Krankenhaus St. Anna wieder zusammen. Mit Notarzt und Pflegern begleitet der besorgte Sohn seinen Vater in die Notaufnahme. Von einem langen Gang geht es rechts in den Wartebereich sowie ein paar Meter weiter in die Behandlungszimmer. Der Sohn bittet darum in der Notfall-Ambulanz beim Arztgespräch anwesend sein zu dürfen, um den 86-jährigen Vater zu stärken.

Zunächst erfolgt die Übergabe. Als der Notarzt die Ambulanz verläßt, bittet der Sohn erneut durch die offene Tür das Persononal, welches sich um den Vater kümmert, bei der Untersuchung und dem Arztgespräch anwesend sein zu dürfen.

Die Würde des Menschen ist antastbar.

Jetzt beginnt der unglaubliche, unmenschliche und würdelose Teil. Ihm wir von einem jungen Pfleger beschieden, dass er nicht in der Tür stehen dürfe und im Warteraum zu warten hätte. „Ich möchte bei der Untersuchung anmwesend sein.“ „Gehen Sie bitte aus der Tür. Wir melden uns bei Ihnen.“ Der Sohn tiegert den Gang rauf und runter. Am Wartebereich vorbei und wieder zurück zur Tür der Ambulanz und wieder zurück. Immer wieder. Ein kräftiger, eher gedrungener Pfleger, mittleren Alters, kommt aus der Notaufnahme, sieht den Sohn und sagt: „Sie dürfen hier nicht sein. Nehmen Sie im Eingangsbereich platz.“ „Ich möchte bei meinem Vater sein und das Arztgespräch begleiten.“ „Verlassen Sie den Gang. Sie dürfen hier nicht sein.“ „Seien Sie doch etwas höflicher.“ Keine Reaktion, der Pfleger geht seines Weges. Der Sohn tiegert erneut den Gang rauf und runter.

Nach einigen Minuten kommt der Pfleger zurück. „Sie sind immer noch hier. Verlassen Sie den Gang. Setzen Sie sich in das Foyer. Hier dürfen Sie nicht sein.“ „Ich möchte bei meinem Vater sein und das Arztgespräch verfolgen.“ „Verlassen Sie jetzt den Gang. Wenn nicht, rufe ich die Polizei und lasse Sie des Hauses verweisen.“ „Dann machen Sie das.“ Der Pfleger geht wieder in die Ambulanz, der Sohn beginnt wieder zu tiegern.

Es vergenen keine 10 Minuten und zwei maskierte Polizisten erscheinen eskortiert vom Pfleger. Die Polizisten fordern den Sohn auf das Krankenhaus zu verlassen, weil der Pfleger ein Hausverbot erteilt habe. Die lapidare Begründung lautet Corona-Vorschrift des Hauses. Es dürfe kein Angehöriger oder Dritter den Kranken in der Notaufnahme begleiten. Der Sohn wird von der Polizei „charmant“ und mit Nachdruck bis zum Ausgang begleitet.

Wertverlust bei Maltesern.

„Not erkennen und Nähe geben – das ist die Malteser Idee. Ob das zu schaffen ist? Die Antwort darauf geben wir, indem wir Nöte anpacken“1 und dabei die Würde des Menschen mit Füßen treten.

Ein Hausverbot auf der Basis ohne weitere Begründungen ist juristisch nicht haltbar. Die Frage ist auch, ob ein Pfleger überhaupt die Kompetenz hat ein solches Verbot auszusprechen? Mal von der menschenunwürdigen Behandlung in einer Notfallsituation für den erkrankten Vater und den sich sorgenden Sohn abgesehen. Verständnis für den Sohn, Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl sind für den Pfleger und alle, die den Fall hautnah miterlebt haben nicht nur Fremdwörter, sondern nicht vorhandene Kompetenzen.

Für ein Krankenhaus, was mit seinen Mitarbeitern helfen und Nächstenliebe leben soll, sind die handelnden Personen im Malteser Krankenhaus St. Anna zu Duisburg weit entfernt. Was hat Corona aus einer ehemals zivilisierten Gesellschaft durch eine dreimonatige Angstrethorik der Politik gemacht? Das perfide dabei, wissenschaftlich geprägte Mediziner machen dieses unsägliche Kasperle-Theater auch noch mit.

Wollen wir unsere Grundwerte so vor die Wand fahren? Wollen wir Alte und Kranke entmündigen oder ihnen ihre Selbstbestimmung zurück geben? Wollen wir fremdbestimmt leben? Wollen wir alte und kranke Menschen durch Wegsperren und falsche Gesundheitführsorge noch kranker machen, weil sie ihre Liebsten nicht sehen dürfen?2

Wundervolle Impulse für die nächste Woche.

Bleibe inspiriert.

Holger

Gut zu wissen:

In Köln werden die Kranken in der Notaufnahme nicht von den begleiteden Familienangehörigen weggesperrt. Gelten in der Domstadt andere Corona-Regeln?3

Stand bestätigte Kölner Fälle Patienten in stationärer Behandlung Kölner als geheilt entlassen Kölner Todesfälle Aktuell Infizierte in Köln
4. Juli  2.625 10 2.463 106 56

Bei einer Stadt mir rund 500.000 Einwohnern und 181 neu infizierten Personen4 am 29.07.2020 entspricht das einen Anteil von 0,036 Prozent. 1.520 bestätigte Fälle (erkrankt oder nur infiziert?) werden in Duisburg zu diesen Zeitpunkt aufgeführt (0,3 Prozent der Bevölkerung), davon 56 verstorben (an, mit, durch Corona?); 3,68 Prozent bezogen auf die erkannten Infizierten.

„Die starke Grippewelle in der Saison 2017/2018 hat in Deutschland die höchste Zahl an Todesfällen der vergangenen 30 Jahre gefordert. Durch die Influenza starben damals schätzungsweise 25.100 Menschen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin mitteilte.“5

4 Quelle: Gesundheitsamt Duisburg, Covid-19-Fälle in Duisburg – Stand 02.07.2020, 20:00 Uhr, https://www.duisburg.de/microsites/coronavirus/aktuelles/verlauf_covid19_duisburg.php

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