Herz mit Geld zementiert

Felix´s Impulse 96/ 2021

Im Job läuft alles wie immer, im Laufe der Jahre zwickt es mal, mitunter auch zunehmend häufiger, aber wach werden wir oftmals erst, wenn der Körper beginnt zu schreien. Wer Glück hat, erlebt den Aufschrei in Zeiten der Ruhe, z.B. im Urlaub. Plötzliche Signale von innerer Unruhe, Unzufriedenheit oder fehlendem Sinn im Beruf sind erste Vorboten einer notwendigen Neujustierung des beruflichen Umfelds. Ähnliches passiert auch in Zeiten der unfreiwilligen Veränderung, weil der Chef, stellvertretend für den Arbeitgeber, meint ohne den Arbeitnehmer auskommen zu können.

Spätestens jetzt ist der Moment gekommen, wo wir doch mal in uns hineinhorchen, den Schleier der Ignoranz – bezogen auf die eigene Träume, Wünsche und Bedürfnisse – zumindest ein Stück weit lüften und nach möglichen Ursachen forschen sollten.

Im Alltag mit Arbeit und Familie geht uns schon mal die Wahrnehmung für unsere diese Dinge verloren. Über Jahre haben wir es uns vielleicht auch bequem gemacht. Mit zunehmend mehr Einkommen ist der Eine oder Andere saturiert geworden. Das Portemonnaie ebenso dick geworden, wie der Körperumfang, die Couch angenehmer als der Sportplatz und die Kostentreiber für das schöne Leben – eigenes Haus, zwei Autos, Urlaube, Hobbys, … – haben zugenommen und für Abhängigkeiten gesorgt. Das alles sorgt in unserer Wohlstandsgesellschaft dafür, dass sich über Geist und Seele im Laufe der Jahre eine Art Schleier gesetzt hat, der uns den Blick auf uns selbst nimmt.

Sinnfrage vs. soziales Standing

Die Selbstreflexion und das hervorkramen der eigenen Ideale, Werte, Wünsche und Träume aus den verstaubten Tiefen meines Bewusstseins fällt durch den über Jahre aufgetragenen Geld-Kleister schwer. Die selbst auferlegte Abhängigkeit von diesem Tauschmittel zum Erhalt aller zum Sozial-Standing notwendigen Dingen plus ein empfundener gesellschaftlicher Druck, führen schnell dazu, dass Träume und Wünsche wieder hinter einer Nebelwand undurchdringlich verschwinden. Die Sinnfrage für den Beruf oder gar nach der Berufung werden ebenso ausgeblendet, wie der Blick auf den persönlichen Wertekanon und berufliche Bedürfnisse.

„Wie frei fühlst du dich“ frage ich meine Kunden. „Lebst du das Leben, was du leben willst oder das was andere wollen?“ Spätestens jetzt wird es schwierig. Nun kommt die Zeit der vielen „aber“. Entschuldigungen werden gesucht und gefunden, warum die Situation so ist, wie sie ist. Warum Veränderung nicht geht, warum aus Träumen nicht Ziele werden können, warum Wünsche was für Kinder zu Weihnachten sind u.v.m..

Freiheit beginnt im Kopf. Erst dann kann ich sie privat und auch beruflich leben. Sie geht einher mit Klarheit über meine privaten und beruflichen Ziele. Wie möchte ich arbeiten? Welche Tätigkeit empfinde ich als sinnstiftend? Welche Werte möchte ich leben – auch im Job? Welche Bedürfnisse habe ich rund um den Beruf (u.a. Arbeitsumfeld, Entfernung, …)?

Abspachteln lohnt sich.

Den Geld-Kleister runter spachteln damit das wahres ICH wieder zum Vorschein kommt ist für einen Teil meiner Kunden eine echte Herausforderung, die sie mit unterschiedlicher Willenskraft und Zielorientierung umsetzen. Für einige ist es in der Tat ungewohnt sich mit sich selbst zu beschäftigen, ehrlich zu sich zu sein und diese schonungslose, aber liebevolle, Selbstreflexion zu machen. Vereinzelt ist der Widerstand so groß, dass es nur Ablehnung gibt. Möglicherweise ist der Nutzen nicht deutlich genug, vielleicht gibt es Ängste vor dem was zu Tage treten könnte. Der Erkenntnisgewinn sorgt in jedem Fall für Klarheit, die Wahrheit ist.

In einem Feedback-Gespräch sagte mir eine Kundin: „Sie sind mir mir ihrer Hartnäckigkeit wirklich auf die Nerven gegangen. Für mich war das ein Kampf, ich habe dazu keine Lust gehabt. Aber danke. Ich bin heute viel Selbstbewusster und weiß nun auch, was ich will und vor allem, was ich kann. Beim Vorstellungsgespräch hat mir unsere Arbeit sehr geholfen.“

Etwas abschließen, um mit ganzem Herzen etwas Neues zu beginnen.

Wundervolle Impulse für die nächste Woche.

Bleibe inspiriert.

Holger

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