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Glücklich im Job? Oder erst glücklich mit dem Feierabend?

Glücklich im Job? Oder erst glücklich mit dem Feierabend?

Wochen-Impulse 34/2019

Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde lautet eine Volksweisheit. Reiter mögen diese gerne aufgreifen. Aber was macht ein Nicht-Reiter, so wie ich? Wenn nicht auf dem Rücken der Vierbeiner, wo finde ich es dann? Die Glücksfrage stellt sich auch in der Arbeitswelt. Wie glücklich und zufrieden sind die Mitarbeiter in Deutschland? Wie nicht anders zu erwarten geben diverse Studien Antworten auf diese Frage. Betrachten wir uns doch mal die Ergebnisse.

Die Attraktivität eines Arbeitgebers hängt auch davon ab, wie zufrieden die Mitarbeiter sind und dies nach außen kommunizieren. Was lässt Mitarbeiter Glück oder Zufriedenheit bei der Arbeit verspüren? Was beeinflusst die Mitarbeiterzufriedenheit und deren Glücksempfinden nachhaltig? Warum sollten die Mitarbeiter überhaupt Glückshormone im Job ausschütten? Sind es Entscheidungsfreiheit, flexible Arbeitszeiten, ein Apple Smartphone, ein höhenverstellbarer Schreibtisch oder vielleicht ein Ruheraum? Mehr Gehalt, Gratis-Getränke, Home Office – was ist es?

Der Personaldienstleister Robert Half1 hat im eigenen Interesse Ergebnisse zur Mitarbeiterzufriedenheit auf seiner Webseite veröffentlicht: „Die Geheimnisse der glücklichsten Unternehmen und Mitarbeiter haben wir gemeinsam mit Nic Marks und seinem Team von Happiness Works erstellt. Der Studie liegt eine umfassende Befragung mit über 23.000 Arbeitnehmern in 8 Ländern, davon 2.167 aus Deutschland, zugrunde. Nic Marks, ein weltweit führender Experte für Arbeitsplatzzufriedenheit, ist überzeugt: Jede Führungskraft muss sich klar darüber sein, wie entscheidend ihre Rolle dabei ist, dass Mitarbeiter glücklich arbeiten.“ Der Studie zu Folge sind weltweit Stolz (auf den Job und Arbeitgeber), Fairness und Respekt sowie Wertschätzung die Top 3 Werte, die Arbeitnehmer zufrieden und glücklich sein lassen. Da stellt sich mir mal wieder die Frage, warum bekommen soviele Führungskräfte das nicht hin? Warum herrscht ein Klima weit jenseits dieser scheinbar einfachen Arbeitsbedürfnisse?

Weitere Hinweise auf Glückszustände und Zufriedenheit im Job liefert Edenred. Der nach eigenen Angaben führende Anbieter von Gutscheinkarten hat in einer Studie die Zufriedenheit von Mitarbeitern in verschiedenen Ländern ermittelt. Für das Edenred-Ipsos-Barometer 2016 hat das Marktforschungsinstitut Ipsos mehr als 14.000 Mitarbeiter aus 15 Ländern – darunter 800 in Deutschland – befragt. Hiernach sind es drei Faktoren, die dafür sorgen, wie wohl sich Mitarbeiter in ihrem Job fühlen:

  • Die generellen Rahmenbedingungen
  • Die Aufmerksamkeit, die ihnen Vorgesetzte und Kollegen entgegenbringen
  • Die eigenen Empfindungen in Bezug auf die Arbeit

Wohlbefinden am Arbeitsplatz als Triebfeder für mehr Engagement.

Die Studie weist außerdem deutlich den Zusammenhang zwischen Wohlbefinden am Arbeitsplatz und Motivation nach. Je wohler sich die Mitarbeiter in ihrem Job fühlen, desto höher ist die Motivation. Knapp die Hälfte derer (48 Prozent), die ihr Wohlbefinden als gering beurteilen, bestätigen eine sinkende Motivation. „Das Engagement der Mitarbeiter ist ein zentraler Faktor für nachhaltiges Handeln. Um es aufrecht zu erhalten oder im besten Fall noch zu steigern, ist es essenziell, dass Arbeitgeber für ein angenehmes Arbeitsumfeld sorgen“, so Aubry.“2

Es scheint deutlich zu sein, dass Zufriedenheit der Motor für Motivation und damit für eine höhere Produktivität ist. Unscharf ist damit immer noch, was ist es konkret? Was macht glücklich? Was zufrieden? Unternehmer und Führungskräfte dürfen hier kreativ sein, um Anreize zu setzen, die nicht schnell wieder verpuffen.

Die Arbeitsmotivation zu steigern ist aus Sicht des Arbeitgebers erstrebenswert und förderlich. In etlichen Blogs und auf Ratgeber-Seiten gibt es Tipps zur Motivation der Mitarbeiter. Mir stellen sich an der Stelle immer wieder zwei Fragen: Zum Einen glauben die Tippgeber an ihre Empfehlungen? Zum Zweiten, ist extrinsischer Anschub fortwährend notwendig und sinnvoll?

Ein angenehmer Rahmen zum Arbeiten, wirkt zweifelsohne motivierend und sorgt auch für eine positive Wohlfühl-Atmosphäre. Wie immer geht es um das Maß. Wieviel sollte es sein, wieviel darf es sein? Nach einer gewissen Zeit tritt auch hier der Gewöhnungseffekt ein. Ich bin mir der schönen Umgebung nicht mehr bewusst, ich wertschätze sie nicht mehr, ich nehme sie als gegeben hin. An dem Punkt müssten neue Reize gesetzt werden und immer wieder neue. Besser ist es, wenn die intrinsische Motivation greift und ich von innen einen Motor habe, der mich antreibt. Glück und Zufriedenheit stellen sich dann durch mein aktives Tun ein.

Wenn der „Blues“ – die Motivationsdelle – kommt, muss der Chef seine Leute bei Laune halten – sagen einige dieser Ratgeber. Ich halte das für völligen Quatsch. Führungskräfte sind keine Dauermotivatoren. Durch die Art wie sie führen, welches Vertrauen sie schenken, wieviel Freiheit und Freiraum sie für Arbeit und Entscheidung geben, dass macht u.a. ihre Qualität aus. Das sind die Aspekte, die nachhaltig für engagierte und eigenmotivierte Mitarbeiter sorgen. Wenn der Chef gegen den „Team-Blues“ mal eine Runde Eis spendiert oder zum Essen einlädt, ist das völlig in Ordnung. Nur zur Gewohnheit sollte es nicht werden. Dann hat sich die Wirkung schnell abgenutzt.

Das Leben fängt nicht erst nach der Arbeit an sagt Isabell Prophet, Autorin des Buches „Die Entdeckung des Glücks”. Im Online-Beitrag des Magazins Evidero3 gibt es eine Rezension zu ihrem Werk, in dem uns allen Mut gemacht wird, weil wir zur Hälfte das Glück in eigenen Händen haben. Von Glücksverantwortung des Einzelnen spricht die Autorin und beruft sich dabei auf die Psychologin Sonja Lyubomirsky, die herausgefunden hat, dass Glück zu 40 Prozent durch unser eigenes Verhalten beeinflusst wird. Die verbleibenden Einflussfaktoren sind zu 50 Prozent unsere Gene und zu 10 Prozent unsere Lebensumständen.

Wie glücklich, wie zufrieden bist du in deinem Job? Steigt deine Produktivität mit zunehmendem Glück? Hast du dein Glück selbst in der Hand?

Wundervolle Impulse für die nächsten 7 Tage.

Bleibe inspiriert.

Holger

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1Quelle: https://www.roberthalf.at/gluecklich-arbeiten?

2Quelle: Edenred-Ipsos-Barometer 2016

3Quelle: https://www.evidero.de/gluecklich-am-arbeitsplatz