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Freiheit und Frieden – 75 Jahre Kriegsende.

Freiheit und Frieden – 75 Jahre Kriegsende.

Einfach Karriere Spezial – Teil 1

Ein Grund die Korken knallen zu lassen. Um so mehr, weil ich in Corona-Zeiten erstmalig Einschränkungen meiner Freiheitsrechte durch die Politik und durch Meinungs-Niederknüppler in den Sozialen Medien erfahren habe. Als Babyboomer-Generation bin ich mit Freiheit groß geworden. Daher ein Hoch auf die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland und ihre Gründungsväter.

Dank der Gnade der richtigen Geburt bin ich in Westdeutschland zur Welt gekommen und habe Demokratie mit allem was dazu gehört mit der Muttermilch eingeflöst bekommen. In der Hockeymannschaft, im Studium, im Freudeskreis oder auch im Beruf habe ich gelernt, dass Streitgespräche positiv sind und Meinungsunterschiede nichts persönliches sind. Sich reiben können und wollen ist ein Privileg, dass in der Demokratie auch öffentlich möglich ist und auch sein darf. Zumindest dachte ich bis vor rund sechs Wochen noch so.

Vorstellen konnte ich mir nicht, in dieser doch relativ heilen Welt in Deutschland und der EU, dass mich mal Sorge über meine Freiheitsrechte umtreibt. Das ich Erfahrungen mit Menschen machen müsste, die sich schwer damit tun andere Meinungen in Krisenzeiten zu akzeptieren ohne sie am liebsten verbieten zu wollen. Das ist dann noch die milde Variante der latenten Beraubung der Meinungsfreiheit. Die Hardcore-Version sind die verbalen Kettenhunde bei Facebook und Twitter, die direkt zubeißen und verletzen. Das Meinungsstreit in der Demokratie nicht verletzend und respektvoll sein sollte ist in den Kreisen leider ungehört geblieben.

Freiheit und Frieden ist ein Geschenk.

Wir allen sollten ab und zu mal innehalten – gerade jetzt ist eine gute Zeit dafür – und in Demut sowie in Dankbarkeit für unser Leben in Frieden und Freiheit verharren. Meine Generation und alle folgenden sind in Wohlstand hineingeboren worden. Meine Eltern kannten den Krieg als Kinder, meine Großeltern haben zwei Kriege miterlebt. Mit all dem Elend. Mit Diktatur, Völkermord, Bespitzelung, Hunger und Tod. Demokratie, wie wir sie in Deutschland und in weiten Teilen der EU haben, ist ein Geschenk. Wir sollten es nicht vergessen.

Die Coronakrise ist für unsere Demokratie eine Übungswiese, ein Testlabor und ein Gradmesser wie belastbar sie ist. Vor allem spiegelt sie wie wir Bürger mit dieser Ausnahmesituation umgehen. In normalen Zeiten geht das alltägliche Leben seinen Gang. Die Politik wird wahrgenommen, die Mehrheit macht über Wahlen von ihrem demokratischen Recht Gebrauch und nutzt dieses zu Meinungsäußerung. In unserem Sozialstaat wurden wir Bürger über Jahrzehnte gepampert, so dass es nicht mehr für jeden so einfach ist eigenverantwortlich zu handeln. Auch Organisationen nutzen das aus und rufen dann gerne mal nach noch mehr Staat. Eigenverantwortung beginnt dort, wo der Staat sich aus der Verantwortung nimmt. Hier entsteht derzeit das Problem.

Selbstbestimmung geht nur mit Freiheit.

Ich liebe meine Freiheit, privat und beruflich. Einengung und Bevormundung erzeugen Widerstand. Selbstbestimmung ist mir wichtig und kann durch meine Freiheit in Deutschland gelebt werden. Das bedeutet natürlich auch, dass ich für mich verantworlich bin. Ich, nicht der Staat oder eine imaginäre dritte Person. Verantwortung übernehmen heißt für mich auch eigene Fehler und Schuld zu akzeptieren, wo sie entstanden sind. Bei mir und nicht im Außen.

Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten haben empfohlen den Kontakt zu Eltern und Großeltern auf das Telefon oder einen Videokanal zu beschränken. In Pflegeheimen wurde die Älteren kasernenartig eingeschlossen. Auf dem Sterbebett waren sie ohne Kinder und Enkelkinder. Ich mag mir nicht vorstellen was emotional, möglicherweise auch längerfristig, bei den Familienmitgliedern passiert ist, die sich nicht von der Mutter, dem Vater, der Oma oder dem Opa verabschieden konnten. Hier hat nicht nur der Staat in seiner Führsorgepflicht, wenn er sie denn hier überhaupt hat, sondern auch die betroffenen Familienmitglieder versagt. Eigenverantwortung heißt Verantwortung zu übernehmen und selber für mich sowie meine Lieben zu entscheiden, was gut oder weniger gut ist.

Verpflichtung zum Schutz des Lebens um jeden Preis gibt es nicht.

Zum 70. Geburtstag unseres Grundgesetzes schrieb die Süddeutsche Zeitung eine interessante Erläuterung zum Atrikel 1, Absatz 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar“: „Der Satz ist ein atemberaubendes Versprechen und fast schon eine Anmaßung. […] Im Entwurf von Herrenchiemsee hatte man zunächst sogar noch eine Erläuterung vorangestellt, um ja keinen Zweifel aufkommen zu lassen: “Der Staat ist um des Menschen willen da, nicht der Mensch um des Staates willen.” Ein klarer, ein großer Satz, schade, dass er dann doch nicht ins Grundgesetz aufgenommen wurde. Er könnte Regierungen und Parlamente Demut lehren.“1 Das impliziert Würde im Leben, als auch im Sterben. Letzteres ist fraglich bei eingesperrten älteren Menschen, die keinen Besuch empfangen dürfen.

In einem Artikel laß ich eine stimmige Aussage: „Das Leben nicht über Risiken, sondern über Möglichkeiten definieren“. Das ist für mich Eigenverantwortung und damit Selbstbestimmung. Hierzu passt auch die Aussage von Uwe Volkmann, Professor für Rechtsphilosophie und öffentliches Recht der Goethe-Universität in Frankfurt/ Main: Eine “Verpflichtung zum Schutz des Lebens um jeden Preis gibt es nicht.2

In seinem Interview mit der Süddeutschen Zeitung ergänzt Volkmann: „Die Debatte über Schäubles Äußerungen zeigt; viele sind ja geradezu empört. Aber die Menschenwürde ist nicht gegen Leben abzuwägen, sie setzt sich im Konfliktfall gegen den Schutz des menschlichen Lebens durch, und zwar ganz grundsätzlich. Wir dürfen niemanden foltern, um das Leben von anderen Menschen zu retten. Wir dürfen keine von Terroristen gekaperten Passagierflugzeuge abschießen, um andere Leben zu retten. Wir dürfen einem Toten nicht einfach jedes noch funktionierende Organ entnehmen, um Leben zu retten.3

Müssen wir Demokratie neu lernen?

Überfordert Freiheit und Selbstbestimmung den einen oder anderen? Brauchen wir eine Streitkultur? Oder müssen wir erst Streit als etwas Positives erkennen, damit Kultur entstehen kann?

Weiterlesen, Teil 2 am 10. Mai 2020.

Bleibe inspiriert und gesund.

Holger

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