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Freiheit und Frieden – 75 Jahre Kriegsende, Teil 2.

Freiheit und Frieden – 75 Jahre Kriegsende, Teil 2.

Einfach Karriere – Wochen-Impulse 68/ 2020

Müssen wir Demokratie neu lernen? Überfordert Freiheit und Selbstbestimmung den einen oder anderen? Brauchen wir eine Streitkultur? Oder müssen wir erst Streit als etwas Positives erkennen, damit Kultur entstehen kann? Angst ist kein guter Berater für Freiheit. Demokratie und Freiheit wagen!

In meiner Wahrnehmung beim Joggen oder Einkaufen und vor allem aber auch beim „Austausch“ in den Sozialen Medien, verspüre ich eine große Angst und Unsicherheit. Angst frist Hirn, sagt der Volksmund.

„Psychologisch entscheidend ist der wahrgenommene Handlungsspielraum, um eine Situation zu meistern. […] Gestresste werden vergesslich, wirken zerstreut oder unruhig. Ein Tunnelblick entsteht – die Wahrnehmung ist eingeschränkt und nur auf die Stresssituation fokussiert. „Dann greift man auf Routinen zurück. Man spult dann eingeübtes Verhalten ab. Bei der Bundeswehr wird dieser Effekt bewusst genutzt. Auch Brandschutzübungen zielen darauf ab, für akute Stresssituationen Verhaltensroutinen auszubilden“, sagt Stressforscher und Arbeitspsychologe Tim Hagemann.“1

Professor Uwe Volkmann (Rechtsphilosophie und öffentliches Recht der Goethe-Universität in Frankfurt/ Main) hat Anfang April in einem Betrag vor einem “Klima der Angst” gewarnt und das der “Geist der Freiheit nach und nach erstickt” würde. In einem aktuellen Interview mit der Süddeutschen Zeitung äußert er sich hierzu nochmals: „Als ich das geschrieben habe, war ich wirklich niedergedrückt von dem Ausmaß der Freiheitseinschränkungen und der Plötzlichkeit, mit der sie verkündet wurden. Auch von der Bereitwilligkeit, mit der das in der Gesellschaft angenommen wurde. […] Die Frage ist, wie Politik in so einer Lage steuert: mit Appellen an Vernunft und Einsicht oder durch den Einsatz von Angst? […] Es ist jedenfalls wenig unternommen worden, um der Bevölkerung die Angst zu nehmen. In den Nachrichten sind wir mit der starken Ausbreitung des Virus, Todeszahlen und niederschmetternden Berichten aus Spanien und Italien konfrontiert worden. Das hat zu einem allgemeinen Klima der Angst und Bedrückung beigetragen.2

Entmündigung und Gefolgschaft. Ist das Freiheit?

Der mündige Bürger mutiert in Krisenzeiten scheinbar zu einem freiwillig entmündigten und leistet Gefolgschaft. 75 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, den die Mehrzahl der Bundesbürger nur aus dem Geschichtsunterricht kennen, greifen Reflexe, die ich mit Argusaugen beobachte und beunruhigend finde.

„Der Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel, Professor am Wissenschaftszentrum Berlin, sieht das ganz ähnlich: „Mit wachsender Frustration beobachte er die Lust einer Mehrheit der Bürger, nicht länger Bürger, sondern Untertanen zu sein. Möglicherweise werde erst der bevorstehende Zuwachs an Arbeitslosen das Land aus seiner Notstandslethargie aufrütteln. Und möglicherweise erst dann, wenn die Rezession mit voller Wucht zugeschlagen habe.3

Im gleichen Beitrag der WELT vom 03.05.2020 kommt der Meinungsforscher Thomas Petersen zu Wort, der sich mit dem Konkurrenzverhältnis von Sicherheit und Freiheit beschäftigt. „Die Bürger fordern mehr und mehr Verbote, Kontrollen und staatliche Eingriffe.“ Sehr ausgeprägt sei auch die Intoleranz vieler Deutscher gegenüber Aussagen, die der eigenen Meinung widersprechen, ergänzt Petersen. „Erhebliche Minderheiten der Bevölkerung fordern gar das Verbot einer Vielzahl von Meinungen.“ Er empfindet diesen in der Corona-Krise noch einmal verstärkten Hang zum Konformismus als beunruhigend: „Es ist jetzt oft von einer ,neuen Normalität‘ die Rede“, sagt er: „Aber an dem gegenwärtigen Ausnahmezustand ist nichts normal. Nicht das Ende der Grundrechtseinschränkungen ist begründungsbedürftig, sondern deren Fortsetzung.4

Demokratie und Freiheit wagen!

Müssen wir Demokratie neu lernen? Überfordert Freiheit und Selbstbestimmung den einen oder anderen? Brauchen wir eine Streitkultur? Oder müssen wir erst Streit als etwas Positives erkennen, damit Kultur entstehen kann?

Ich bin gegen die Einschränkung meiner Freiheitrechte und gleichzeitig für Sicherheit sowie Gesundheit meiner Mitbürger. Das Paradoxon, welches keines ist, weil ich nicht abwäge(n muss) und auch daher selbstbestimmt leben darf.

Bleibe inspiriert und gesund.

Holger

Hier geht es zu Teil 1, Freiheit und Frieden – 75 Jahre Kriegsende.

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1 Quelle: Zeit Online, Von Tina Groll, 23. August 2012,
http://www.zeit.de/karriere/2012-08/stress-gesundheit-gehirnleistung

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