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Arbeit und Krankheit. Deutschland im Fieber.

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Einfach Karriere – Wochen-Impulse 59/ 2020

Kann ich mit gutem Gewissen krankfeiern obwohl mein Arbeitgeber auf mich setzt? Sollte ich auch krank arbeiten gehen? Muss ich um meinen Arbeitsplatz fürchten, wenn ich krank bin?

Aus gegebenem Anlass gibt es heute Wochen-Impulse zum Thema Arbeiten und Krankheit. Mich die post-karnevalistischen Grippe (Schnupfen, Husten, Heiserkeit) erwischt und förlmig einen Tag niedergestreckt. Üblicherweise habe ich diese Symptome schon eine Woche früher und nie so ausgeprägt, dass ich nicht arbeiten kann. Gefühlt nach einem Jahrzehnt war ich mal wieder einen Arbeitstag außer Gefecht gesetzt und wirklich arbeitsunfähig. Für Arbeitgeber wäre ich wahrscheinlich ein perfekter Mitarbeiter – zumindest was die Fehltage betrifft.

Wer krank ist, hat nicht nur ein Recht darauf krank zu feiern (sprachlich befremdlich – Krankheit und Feiern), sondern sollte sich und seinen Kollegen auch ein Bazillen-Mutterschiff ersparen und sich die Zeit nehmen um sich auszukurieren. Insbesondere in typischen Grippezeiten, wie im Winter, mit hoher Ansteckungsgefahr. Von der sich ausbreitenden Panik und Angst vor Ansteckung durch Corona möchte ich an der Stelle nicht schreiben. Mit Informationen zu dem Thema werden wir schon Tag täglich reichlich überflutet.

Bist du krank, gönne dir bitte nach Möglichkeit diese gesundheitsfördernden Auszeit. Du wirst hinterher deutlich leistungsfähiger sein, dein Körper wird es dir danken und ganz ehrlich auch deine Kollegen. Die fühlen sich auch wohler, wenn sie nicht minütlich mit Viren und Bazillen beschleudert werden.

Das gilt vor allem auch für alle nach außen nicht direkt sichtbaren Erkrankungen. Quasi die Top 3 des AOK-Fehlzeiten-Reports 2018: Atemwegserkrankungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Erkrankungen. Nicht sichtbare gesundheitliche Beeinträchtigungen (wie auch der Klassiker: Magen-Darm) haben nun mal den Nachteil, dass der Kollege und Chef diese nicht wahrnehmen kann. Das alleine könnte schon zu einem inneren Konflikt führen. Soll/ darf ich mich krank melden? Was denken die anderen? Stempeln die mich ab als Drückeberger?

Habe den Mut zur Heilung, wenn es dessen überhaupt bedarf. An erster Stelle kommst du und deine Gesundheit. Du meinst das wäre egoistisch? Im Flugzeug gibt es vor dem Start immer die Sicherheitshinweise. Wer mindestens ein Mal aktiv zugehört hat, wird sicher erinnern, dass ein Hinweise ungefähr so lautet: Im außergewöhnlichen Fall eines Druckabfalls in der Kabine, fallen Atemmasken von den Decken herunter. Ziehen sie sich zuerst ihre Maske fest über Mund und Nasen und helfen sie erst dann Mitreisenden. Ist das egoistisch? Nein, es ist pragmatisch und lebenserhaltend. Habe ich keinen Sauerstoff, habe ich keine Energie und kann somit auch nicht helfen.

Die Quintessenz hieraus: Bist du wirklich krank, tue alles um schnellstmöglich und nachhaltig wieder gesund zu werden. Solltest du in einem Unternehmen arbeiten, welches dir den Eindruck vermittelt, dass du nicht krank sein darfst, könnte es sein, dass du dich für den falschen Arbeitgeber entscheiden hast.

Krankheit als Weg heißt ein gleichnamiger Buchtitel von Psychologen Thorwald Dethlefsen und den Arzt Rüdiger Dahlke1. Den Autoren geht es darum aufzuzeichnen, dass Erkrankung zum Leben dazu gehört wie Luft und Liebe. Darüber hinaus birgt jede Krankheit eben auch ein enormes Potenzial für persönliche Veränderung. Durch die förmlich erzwungene Auszeit kann ich über mein Leben sinnieren und komme möglicherweise zu Erkenntnissen, die ich im Alltagstrott vielleicht gespürt, aber nicht richtig wahrgenommen habe. Hilft mir diese Selbstbeschau für eine postive Veränderung mit persönlicher Weiterentwicklung oder bleibe ich dennoch an dem Punkt an dem ich vor der Krankheit war? Veränderung ist mitunter mindestenz so schwer wie eine schwere Grippe, machmal gefühlt schwerer. Jeder Weg will erst gegangen werden, um am Ziel anzukommen.

Ab wann du dich krank fühst und ab wann du wirklich nicht mehr arbeiten können möchtest, entschiedest du und/ oder dein Arzt. Der Eine bleibt bei leichten Kopfschmerzen oder Schnupfen Zuhause, der Andere geht noch arbeiten, wenn er den Kopf unter dem Arm trägt. Das Krankheitsempfinden ist subjektiv und sollte daher auch so von den Kollegen akzeptiert werden. Studie haben allerdings auch belegt, dass Wohlfühlen, Spaß und Freude bei der Arbeit zu deutlich weniger Fehlzeiten führen. Die AOK schreibt hierzu: „Arbeitgeber tun gut daran, vermeidbare, krankheitsbedingte Fehlzeiten zu reduzieren. Das können sie unter anderem durch gesunde Führung, eine gute Arbeitsorganisation und wertschätzenden Umgang miteinander erreichen.“2

Viel Gesundheit und ein Höchstmaß an Eigenverantwortung für dich.

Wundervolle Impulse für die nächste Woche.

Bleibe inspiriert.

Holger

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1 Krankheit als Weg. Deutung und Be-deutung der Krankheitsbilder, Thorwald Dethlefsen, Rüdiger Dahlke, 1983, C. Bertelsmann Verlag, München

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