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Die 5 Zimmer der Veränderung

5 Zimmer der Veränderung

Die 5 Zimmer der Veränderung

Einfach Karriere – Wochen-Impulse 69/ 2020

Angst und die hieraus resultierenden Reaktionen sind bei uns genetisch manifestiert. Zu Höhlenzeiten waren sie überlebensnotwendig, heute sind sie überwiegend lähmend und damit hinderlich. Daher ist es wichtig die körperlichen und kognitiven Symptome zu kennen, die bei Veränderungsprozessen ablaufen. Sie zu verstehen kann helfen besser durch eine Veränderung zu kommen.

Aufbauend auf dem alten 4-Zimmer-Modell nach Hayes liefert das erweiterte 5-Zimmer-Modell eine zeitgemäße Antwort auf Veränderungsprozesse und die hiermit verbundenen Reaktionen von Akzeptanz bis Widerstände.

In meiner über 20-jährigen Tätigkeit in der Veränderungsbegleitung habe ich festgestellt, „Menschen vermeiden normalerweise lieber unerfreuliche Gedanken, Gefühle und körperliche Zustände als sie zu durchleben. Dieses Vermeiden ruft oft Leiden hervor. Für den Veränderungs-Prozess ist es hilfreich, dass Coachées unterscheiden lernen zwischen dem, was sie verändern können und dem, was nicht verändert werden kann.“1

Angst frisst Hirn ist eine biochemische Reaktion.

Oftmals werden (negative) Gedanken mit Tatsachen verwechselt, wodurch Ängste geschürt werden, die widerum zu einer kognitiven Lähmung führen. Wichtig ist zu erkennen, das die selbsterzeugten Gedankenbilder keine Fakten sind. Es sind nur Fiktionen im Mäntelchen der Realität. Unser Hirn ist in diesem Punkt auf dem Evolutions-Stand des Höhlenmenschens. Es unterscheidet nicht zwischen Gedachtem und Tatsächlichem. Es empfängt Angstsignale, als würde tatsächlich ein Säbelzahntiger anstürmen, und sendet Botenstoffe ans Hirn, wodurch rationales Denken sowie Emphatie ausgeschaltet werden und die emotionale Kompetenz niederschwelliger wird.

In dieser Phase sollte man an angstgetriebenen Menschen – jetzt in der Corona-Krise läßt sich das in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens gut beobachten – keine Erwartungshaltung haben. Durch die biochemische Denk-Blockade kann nicht viel kommen, weil diese unterschwellig immer wieder gefüttert wird.

Geänderte Blickrichtung sorgt für positive Aussicht(en).

Aus dieser angstblockierten Haltung kommen wir heraus, wenn wir das Denkmuster ändern. Der Gegenspieler von Angst ist Sicherheit. Dieser Protagonist hilft, weil unser Hirn nicht gleichzeitig zwei gegenläufige Emotionen spüren kann. Es sendet nur für einen die passenden Botenstoffe.

Sicherheit visualisieren – also in den Fokus stellen – hilft beim Umlegen des Schalters. In Achtsamkeit mehrmals täglich das schöne Gefühl des sicheren Lebens zu spüren ist eine hilfreiche Übung. Im wahrsten Sinne des Wortes beschützt sein, behütet sein, sich wohlfühlen erspüren, mit allen Sinnen. Das verdrängt das negative Gefühl der Angst. Die Verhaltensforschung nennen das bifokale Achtsamkeit.

Die 5 Zimmer der Veränderung

1. Zimmer – Warteraum

Vorboten von Veränderungen (z.B. Distanz des Partners, körperliche Symtome, atmosphärische Störungen, unternehmensseitige Sparprogramme) werden bewusst oder unterbewusst wahrgenommen. Bei Eintreffen der unfreiwilligen beruflichen oder privaten Veränderung gibt es zwei Handlungsmuster. Veränderungen gehören zum Leben, also packe ich sie an. Diejenigen müssen nicht alle Phasen der schmerzhaften Veränderung durchlaufen, sondern landen direkt beim Neustart. Die anderen gehen den „Gang nach Canossa“ und durchlaufen alle Zimmer.

2. Zimmer – Schein-Zufriedenheit

In der Wohnsituation herrscht Bequemlichkeit, Saturiertheit und Zufriedenheit vor. Ich befindet mich in meiner Komfortzone aus der ich mich nicht bewegen möchte. Die kommunizierten Vorboten der Veränderungen werden immer noch negiert, wodurch diese allerdings mit aller Gewalt und ohne Rücksicht ins Leben treten.

3. Zimmer – Verleugnung

Emotionen, wie Widerstand, Ärger, Wut und auch die Opferrolle spiegeln den Zustand wieder. Die eingetretene veränderung wird verleugnet. „Das passiert den Anderen, aber nicht mir.“, „Das kann nicht wahr sein.“ oder „Wozu soll das gut sein?“ sind typische vergangenheitsorientierte Denkweisen in dieser Phase. Die Unsicherheit ist groß. Im Tal der Tränen angekommen, entsteht eine zaghafte Akzeptanz für die Veränderung und damit für den Umzug in Zimmer vier.

Es gibt noch einen Notausgang, der auf Grund von physischen und psychischen Manifestationen in Folge des Prozesses beschritten werden muss. Dieser führt in die psychische oder psychotherapeutische Behandlung.

4. Zimmer – Entwicklung

Diese Phase ist schon zukunftsorientiert, ein schwaches Licht am Ende des Tunnels ist erkennbar und eine noch vageBereitschaft für Neues existiert. Aber auch eine Ambivalenz, weil das eigene Navigationssystem eine klare Orientierung noch nicht zuläßt, der Boden unter den Füßen immer wieder schwindet, ohne jedoch ins bodenlose abzugleiten.

Der Wandel kündigt sich zaghaft an. Wie im Frühjahr, wenn selbst durch schneebedeckten Boden die Krokusse ans Licht kommen, so deuten vorsichte „Jas“, erste Gehversuche und der Blick nach vorne die Zeitenwende an. Ab dem Moment der vollen Akzeptanz und des Loslassens steht die Tür zu Zimmer fünf weit offen und der Umzug naht.

In der Ambivalenz-Phase bin ich nicht Fisch oder Fleisch. Der innere Zwiespalt kann zum Hin-und-Her zwischen Zimmer 3 und 4 führen, wodurch der gesamte Prozess länger dauert.

5. Zimmer – Neustart

Im letzten Zimmer habe ich Kraft und Energie getankt, bin voller Tatendrang und packe die neue Herausforderung mit Herz und Hand an. Innerlich habe ich mich verpflichtet diesen neuen, unbekannten Weg zu gehen. Ein Aufblühen, innere Stärkung und Mut Stolpersteine einfach aus dem Weg zu kicken ist spürbar.

Viele meiner Coachées erleben rückblickend den Veränderungsprozess als Geschenk, weil sie sich hinterfragen mussten (!), was sie wirklich gerne machen und auch können. Auf diese Weise kann ein erzwungener Prozess des Wandels eine große Chance für die persönliche Entwicklung darstellen.

Modernes Chance Management

Bekanntermaßen entsteht durch Reibung Energie, die wiederum für Bewegung (Veränderung) notwendig ist. Die Bereitschaft zu scheitern und dennoch weiter zu machen, hat zu den größten Entwicklungen in der Menschheitsgeschichte gefüht. Wer Scheitern und Wandel als elementaren Bestandteil seines Lebens erkennen kann und auch akzeptieren kann, wird gestärkt aus seinem Prozess herauskommen.

Führungskräfte, Coaches und Outplacement-Berater sind in unternehmerischen Veränderungsprozessen gefordert diese Phase bei ihren Mitarbeitern/ Kunden empathisch zu moderieren. Das Verständnis für die Ängste (Verlust- und Existenz-Angst), Sorgen und Nöte der Betroffenen hilft diesen die Kurve in eine neue Zukunft zu bekommen. Wie wir es beispielsweise in der derzeitigen Corona-Krisen spüren, sehen und hören, benötigen die Menschen Perspektiven, um wieder Lebensfreude zu erfahren.

Wundervolle Impulse für die nächste Woche.

Bleibe inspiriert und gesund.

Holger

1 Quelle: Der Impulsgeber, https://das-felix-prinzip.com/die-4-zimmer-der-veraenderung-wandel-gestalten/

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