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Der sprechende Fisch. Oder, gegen den Strom.

Der sprechende Fisch. Oder, gegen den Strom.

Wochen-Impulse 36/19

Fischer und Fischverkäufer sind harte Jobs. Wer noch mit einem kleiner Kutter aufs Meer rausfährt, braucht gute Nerven, ein Gespür für die richtigen Fischgründe und eine gehörige Portion an Enthusiasmus. Sich gegen den industriellen Fischfang zu behaupten ist nur noch möglich, wenn der Fang zeitnah am Hafen, in Fischhallen oder an Restaurants verkauft wird. Der Verkaufsdruck für die leicht verderbliche Ware ist enorm hoch und dauerhaft. Von morgens bis abends Fisch zu verkaufen ist nicht nur körperlich anstrengend, nass, kalt und laut, es ist auch mit einer Geruchs-Dauer-Berieselung einhergehend. Ob der Fischgeruch nach dem Duschen vom Körper weicht, kann ich nicht beurteilen – aus der Nase wird er nicht entweichen. Trotz dieser eher negativen Rahmenbedingungen gibt es immer noch Menschen, die sich für den Beruf entscheiden oder reingeboren werden und ihm treu bleiben. Am Lohn kann es nicht liegen, woran dann?

In Seattle (USA) hat es der Pike Place Fish Market zu weltweiter Berühmtheit geschafft. Am Fisch hat es nicht gelegen. Andere Fischmärkte oder Markthallen, wie z.B. in Palma, in Barcelona, Frankfurt oder Budapest, sind auch Magneten für Touristen. Was macht den Fischmarkt in der Stadt, die durch Boing bekannt wurde, so einzigartig?

Es sind die Mitarbeiter und ihre Verkaufsshow, die sie seit über 20 Jahren bieten (Die Fischhändler bei der Arbeit erleben). Sie rufen Bestellungen laut aus, scherzen mit Kunden der Markthalle, beziehen die Besucher in ihr Tun mit ein und sind wirklich präsent beim Käufer. Ein weinendes Kind, was sich erschrocken hat, weil ein Fisch scheinbar anfing zu sprechen, wird getröstet. Alle Fischverkäufer sehen so aus, als hätten sie jede Menge Spaß und Freude an ihrer Arbeit. Was hat die Veränderung und die Folgen hervorgerufen?

Die Fischverkäufer haben sich irgendwann einmal überlegt, was sie verändern, was sie anders machen könnten. Wie sie trotz der Rahmenbedingungen, die nicht grundlegend zu verändern sind, viel Freude und Spaß an der Arbeit haben könnten. Den weltweiten Berühmtheitsstatus erlangte das Team 1997 als die Dokumentarfilmer Stephen C. Lundin und John Christensen in Seattle unterwegs waren, um dort Aufnahmen zu machen. Durch Zufall kamen sie zum touristisch bekannten Pike Place Fischmarkt. Hier fanden sie den Stoff für ihren Film und damit wie man seinen Arbeitsalltag so gestalten kann, dass er Spaß bereitet!

Den Fischverkäufern ging es darum, ihre Einstellung zur Arbeit zu verändern, um motivierter und zufriedener zu sein. Denn nichts ist über Jahre destuktiver als montags zur Arbeit zu gehen, um den Freitag herbeizusehen und mit ihm arbeitsfreie Tage. Zum Thema Arbeitseinstellung veröffentlicht das Gallup Institut jährlich eine Studie. In seinem Engagement Index Deutschland 2018 hat es ermittelt, dass durch innere Kündigung ein volkswirtschaftlicher Schaden von 77 bis 103 Milliarden Euro entsteht (siehe Wochen-Impulse 13/19). Losgelöst von diesen erschreckenden Zahlen, sollte jeder Arbeitnehmer seine Motivation und Einstellung zu seiner Arbeit hinterfragen, um zu mehr Spaß, Freude und Befriedigung am Arbeitsplatz zu kommen, so wie es die Fischverkäufer getan haben.

Der von ihnen gemeinsam entwickelte persönliche Veränderungsprozess beinhaltet folgende vier Prinzipien:

  • Die Einstellung
  • Spielen
  • Freude bereiten
  • Präsent sein

Was kann ich als Maler, als Krankenpfleger, als Banker, als kaufmännischer Mitarbeiter, als Verkäufer oder auch als Führungskraft von den Fischverkäufern in Seattle lernen? Ein Job, der nicht wirklich als Traumberuf gilt und durchaus schwierig ist, kann dennoch zu eine Aufgabe werden, die mich befruchtet. Das Beispiel der Verkäufer macht anschaulich deutlich, dass ich es selber in eigenen Händen habe, wie ich meinen Arbeitsalltag positiv gestalte. Meine Einstellung, meine veränderte Sichtweise auf meinen Job, lässt mich diese nun positiv wahrnehmen. Damit wird der Job leicht und die Zeit vergeht schneller.

Meine Einstellung bestimmt, wie ich meinen Beruf annehme und ausübe.

Wie ist es bei dir? Gehst du montags zur Arbeit und freust dich schon auf das nächste Wochenende? Oder gehst du motiviert in die Firma und freust dich auf den Tag?

Wundervolle Impulse für die nächsten 7 Tage.

Bleibe inspiriert.

Holger

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