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Arbeiten mit Herz und Freude

Arbeiten mit Herz und Freude

Wochen-Impulse 54/2020

Der einzige Weg, um wirklich zufrieden zu sein, ist, etwas zu tun, von dem du überzeugt bist, dass es eine großartige Arbeit ist.“1 Was gibt es schöneres als den ausgeübten Job mit Freude und Begeisterung auszuüben? Ihn als sinnstiftend und erfüllend zu erleben? Wie wäre es, wenn er vielleicht sogar Berufung ist und private Interessen mit beruflich verbinden würde? Arbeiten mit Spaß und Hingabe ist nicht nur in Deutschland eher die Ausnahme, zumindest, wenn wir den jährlich erneut erhobenen Zahlen des Gallup-Instituts glauben dürfen. Rund 70% der Arbeitnehmer machen Dienst nach Vorschrift. Wenig motivierend und inspirierend. So bleibt dann hoffentlich viel Energie für die Freizeit.

Schuld an dieser Misere sind immer die anderen. Die Führungskräfte tragen die Hauptverantwortung für diese Arbeitshaltung. Zumindest geben das die Befragten der Engagement-Studie an. Ist das nicht etwas bequem und blauäugig? Habe ich als Arbeitnehmer nicht eine Eigenverantwortung? Bestimme ich nicht wo ich arbeite und warum? Entscheide ich nicht Tag ein Tag aus nicht zu kündigen, sondern den Job weiter zu machen? Für diejenigen, die mit ihrem Lohn so gerade über die Runden kommen, mag das wie Hohn klingen, müssen sie doch die Brötchen für die Familie und die Miete verdienen.

Als Lagerfacharbeiter, als Alten- oder Krankenpfleger, als Bürokaufmann habe ich unterschiedlich viel Gestaltungsmöglichkeit und Entscheidungsspielraum. Je einfacher der Job umso geringer die Qualifikationsanforderungen und umso niedrigschwellig ist die aktive Einflußnahme auf die jeweilige Aufgabe. Dennoch bestimmt jeder für sich durch seine Einstellung wie er den Job ausfüllt und angeht. Darüber hinaus hat jeder, wenn er denn gewillt ist, Entwicklungsmöglichkeiten. Das setzt sicherlich voraus, dass ich nach der bezahlten Arbeit nicht zum Couch-Potato mutiere und mich mit ungesunden Dingen und negativen Impulsen aus den Medien fülle.

„Ich höre die Gewohnheitsnörgler, diejenigen, die ihre Komfortzonen als genetisch ererbt ansehen, und diejenigen, die sich mit neuem Denken sowie Veränderungen schwertun, schon einwenden, das geht bei mir nicht. Stimmt, es wird solange nicht gehen, bis du es gemacht hast. Wer glaubt, nur weil er einen schlecht bezahlten Job hat, müsste er alles ertragen, könnte selber nichts ändern, der irrt sich. Jeder hat nicht nur qua Grundgesetz ein Recht auf Respekt ungeachtet von Hautfarbe, Religion und Herkunft. Jeder entscheidet täglich auf ein Neues, ob er seinen Chef ertragen will, der ihn täglich verbal in das Gesäß tritt. Du entscheidest, ob du Kollegen in deiner Abteilung langfristig aushalten möchtest, die nicht wertschätzend miteinander umgehen. Das alles kann die Krankenschwester ebenso wie der Friseur, der Lagerarbeiter, die Putzfrau, der Bankkaufmann oder der Ingenieur.

Es muss menscheln am Arbeitsplatz, ich sollte mich dort wohlfühlen, der Job muss mir etwas geben. Dass das direkt am Hochofen, bei der Müllentsorgung, im Lager oder in der Produktion sicherlich nicht immer leicht ist, steht außer Frage. Aber auch im Vertrieb oder als Kreativer, wo es Entwicklungs-, Absatz- und Kostendruck gibt, ist nicht jeder Tag ein Zuckerschlecken. Nicht außer Frage steht die Einstellung, mit der ich meinen Job mache. Gleiches gilt für Kompromisse. Ja, selbstverständlich mache ich sie. Aber wie viele und zu welchem Preis?

Eigenverantwortung und Selbstbestimmung sind für den einen oder anderen Begriffe aus einer fiktionalen Arbeitswelt, die erst ab einem bestimmten Einkommens- oder Bildungs-Niveau zum realen Bestandteil werden. Wer das so sehen will, bitte. Die innere Kündigung ist auch einfacher, als sich mit sich selber zu beschäftigen. Die Entscheidung liegt bei dir, sagte schon Reinhard K. Springer in seinem gleichnamigen Bestseller.“2

Wer das bestreitet laßt sich selbstbestimmt zur Marionette machen und gibt bewußt das Heft des Handels aus der Hand und die seiner Führungskraft, um dieser dann natürlich auch mit der Verantwortung die Schuld für Alles zu übertragen.

Es bleibt die Frage im Raum warum die Mehrzahl der Menschen bereit ist ohne Spaß und Freude zu arbeiten? Meine bisher einzige Erklärung ist, dass die Mehrzahl der Arbeitnehmer latent angstgetrieben sind. Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes, Angst vor Verletzung, Angst vor Sozialneid oder Angst gegen den Strom zu schwimmen.

Das Paradoxum ist, dass bei Befragungen, wie aktuell für eine Studie von stern und Statista unter 45.000 Arbeitnehmern, diese sich ein positives Umfeld wünschen und dann ihren Arbeitgeber auch gerne weiterempfehlen. Laut dieser Erhebung sind die folgenden vier Aspekte die wichtigsten für Zufriedenheit und Weiterempfehlung: Betriebsklima (19%), Unternehmens-Image (16%), Entwicklungsmöglichkeit und Bezahlung (beide 15%)3.

Wunsch und Wirklichkeit der Betroffen scheinen nicht wirklich miteinander zu korrelieren. Wie sonst ist das immer wieder deprimierende Ergebnis der Gallup-Studie seit fast 20 Jahren zu erklären? Für die Bedeutung des vorgenannten Betriebsklimas und der Entwicklungsmöglichkeiten ist nicht nur der Chef alleine verantwortlich. Ich als Mitarbeiter habe Einfluß auf das Klima und meine Entwicklung. Stelle ich fest, dass die Kollegen sich mehrheitlich nach unter ziehen lassen und dann auch noch aufeinander einhacken, um möglicherweise der Führungskraft zu gefallen, sollte ich mich ebenso nach einem neuen Betätigungsfeld umsehen, wie bei fehlender Förderung durch den Chef.

Arbeiten mit Freude funktioniert, wenn ich zuvor in mich hineinhorche und höre was ich wirklich möchte, was ich gerne mache und was mein Herz höher schlagen läßt. Dann erkenne ich, dass es einen Korridor gibt – ja, einen engen – in dem „plötzlich“ die Verknüpfung von privaten Interessen und beruflichen Aufgaben möglich wird. Der grüne Daumen im eigenen Garten kann eine gute Basis sein, um als Floristin oder Garten-Landschaftsbauer zu arbeiten. Die Liebe zu Tieren kann ebenso eine Basis sein, um als Tierazthelferin zu arbeiten oder als Hundeführer in einer Hundestaffel bei der Polizei oder dem Zoll.

In meinen Karriere- und Bewerbungs-Workshops und Coachings vertiefen wir u.a. diesen Aspekt.

Wundervolle Impulse für die nächste Woche.

Bleibe inspiriert.

Holger

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1 Zitat Steve Jobs, Apple-Gründer, Rede vor Absolventen der Stanford Universität

2 Quelle: Holger Lüttgen, Bewerben ist wie Flirten. Einfach. neopubli GmbH Berlin 2019 Seite 34 und 35

3 Quelle: Stern Nr. 4, 16.01.2020, Seite 30 und 31

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